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Kochbuchtest im Juni: „Wir haben einfach gekocht“ & Lieblingsrezept von Oma Änni

Wir haben einfach gekocht – 100 Erinnerungen an Lieblingsrezepte, Jörg Reuter, Manuela Rehn, Cathrin Brandes, Caro Hoene, Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt an der Weinstraße, 2. Auflage 2015, 304 Seiten, ISBN: 978-3-86528-805-9, EUR 29,95

Das Buch ist zwar auf den ersten Blick kein klassisches Kochbuch für Familien, dennoch habe ich im Juni einiges daraus gekocht und darin geschmökert. Warum habe ich mich für dieses Buch entschieden?

Für das Kochbuch haben sich die Autoren auf die Reise zu Seniorenheimen in ganz Deutschland gemacht, um mit den Menschen über ihre kulinarischen Erinnerungen zu sprechen und deren Lieblingsrezepte gemeinsam zu kochen. Ich finde das einfach eine tolle und schöne Idee! Es gibt übrigens auch eine eigene Website zu dem Buch.

Bei dem Buch denke ich viel an meine Großeltern, in deren Leben das Thema Ernährung eine große Rolle gespielt hat: Mein Opa mütterlicherseits war Bäckermeister, mein Opa väterlicherseits war Metzger und passioniert Hobbygärtner. Und in meinen Kindheitserinnerungen sehe ich meine beiden Omas in ihren Kittelschürzen in ihren Küchen stehen und leckere Gerichte für uns kochen. Kulinarisch wurde ich so natürlich auch irgendwie von ihnen geprägt – wie genau, darüber möchte ich diesen Monat nachdenken. Im Juni-Kochbuchtest widme ich mich daher nicht nur der Ernährung von Kindern und Eltern, sondern weite meinem Blick auch auf die Großeltern und Urgroßeltern aus. Mein Großeltern wohnen inzwischen in einem Seniorenheim. Glücklicherweise ist meine Oma noch so fit, dass sie noch Einkaufen und Kochen kann. Daher habe ich mit ihr gemeinsam ihr Lieblingsgericht gekocht! Allein für diese Idee, bin ich dem Buch schon irgendwie dankbar :-)!

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Das Lieblingsgericht meiner Oma: Schemmes mit Apfelmus

Meine Oma hat sich für eine typische rheinische Spezialität entschieden, die ursprünglich ein Arme-Leute-Essen war: „Schemmes“ - so wird das Gericht allerdings nur in Remagen und Umgebung genannt. Schon ein paar Kilometer weiter Richtung Bad Godesberg ist es unter „Knüles“ bekannt. Die meisten kennen es wohl unter dem Namen „Döppekooche“. Ursprünglich wurde es am Martinsfest bei einfachen Leuten aufgetischt, die sich keine Martinsgans leisten konnten. Bis heute gibt es in unserer Familie jedes Jahr im November mindestens einen Schemmes mit Apfelmus.

So geht’s (für ca. vier Personen):

  • Ca. 3 kg Kartoffeln schälen und fein reiben (am besten mit der Küchenmaschine !). Am besten sind es laut meiner Oma Kartoffeln aus dem letzten Jahr (Ernte aus dem Vorjahr), dann ist es nicht so wässerig.
  • Ca. 4 Zwiebeln fein Würfeln.
  • Ca. 200 g Speck würfeln und 4 Mettwürste klein schneiden.
  • Kartoffelmasse mit Zwiebeln, Speck, Mettwürsten, 4 Eiern, Salz, Pfeffer und Muskat vermischen.
  • Wenn die Masse sehr flüssig ist, noch etwas Haferflocken dazu geben.
  • Öl in einem Bräter erhitzen und die Masse einfüllen.
  • Das Ganze dann für 1 1/2 bis 2 Stunden bei ca. 220 Grad in den Backofen. Der Schemmes ist fertig, wenn sich eine schöne Kruste gebildet hat.
  • Zwischenzeitlich Äpfel zu Apfelmus verkochen.

Beim Kochen erzählte mir meine Oma, dass mein Opa damals für Dorffeste im ganz großen Stil Schemmes gemacht hat. Er hatte einen Fleischwolf im Keller, durch den drehte er dann über einen Zentner Kartoffeln, Zwiebeln und Speck. Dabei war er ganz in seinen Element.

PS: Ich werde in den nächsten Tagen noch eine Rezension des Buches für eine Zeitschrift schreiben. Nachdem der Text dort veröffentlicht ist, gibt es die Bewertung auch hier zu lesen!